PODIUM Freies Theater 05

06. bis 12. Juni 2005
Theater Garage Erlangen

Pressespiegel

Erlanger Nachrichten Mi 8. Juni (Spin Off)

Drei Rivalinnen faxen sich an

Podium-Start mit „EiferSucht"

Eine nachgerade schon alltägliche Geschichte: Ein Mann verlässt seine Frau und widmet sich einer Jüngeren. Die gedemütigte Ehefrau durchläuft alle Phasen auf der Gefühlsskala und beginnt mit der Rivalin einen regen Faxverkehr. Dessen Inhalt: Beschimpfungen, Schmähungen, Hasstiraden, Schuldzuweisungen, Ausbrüche von Selbstmitleid. Die Nebenbuhlerin faxt frech zurück, suhlt sich in Überheblichkeit und Schadenfreude. Doch langsam und schleichend ändert sich der Tonfall. Und dann kommt noch eine Dritte, eine noch Jüngere, dazu -und alles geht wieder von vorne los.

„EiferSucht" von Esther Vilar ist Boulevard von seiner besten Seite: klug und sehr menschlich, ohne billige Attraktionen und schale Scherzchen für die Galerie. Das Spin Off Theater aus Nürnberg hat mit dem „Drama für drei Faxmaschinen" (Untertitel) das „Podium"-Festival der Freien Theatergruppen in der Garage eröffnet.

Spannung und Stil

Es hat Spannung und es hat Stil, was die drei Schauspielerinnen Maria-Theresia Rupp, Britta Papenberg und Ursula Hähner unter der Regie von Victoria Kalier hier abliefern: Präzision im Spiel, im Charakterentwurf verbindet sich mit straffer Dramaturgie, der voluminöse Gefühlsparcours kommt komprimiert und ohne Timinglöcher daher. Schnell ändert sich der Tonfall, es geht hurtig voran, nur keine Pause, es wird gefaxt, dass die Faxmaschinen glühen. Veränderte Stimmungslagen manifestieren sich auch optisch in der Kleidung, selbst das Bühnenbild mit seinen angedeuteten Arbeits- und Lebensräumen verändert sich innerhalb von zwei Stunden - viel Faxpapier flattert zu Boden, sorgsam ausgedruckte Gefühle werden mit Füßen getreten.

Eine bemerkenswerte Vorstellung mit drei ebensolchen Schauspielerinnen.

mko

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