PODIUM Freies Theater 05

06. bis 12. Juni 2005
Theater Garage Erlangen

Pressespiegel

Erlanger Nachrichten Sa/So 4./5. Juni (Vorankündigung)

Vom Faxmaschinen-Drama bis zum Liederluder

Am Montag beginnt das „Podium"-Festival der Freien Theatergruppen — „Iphigenie", Collage und Rockpoesie

Die „Freien" stellen sich vor: Auch in diesem Jahr findet wieder „Podium", das Festival der Freien Theatergruppen in Erlangen, statt. Die AG Freies Theater Erlangen und das Theater Erlangen präsentieren eine Woche lang, vom 6. bis 12. Juni, in der Garage die aktuellen Produktionen von sechs freien Gruppen aus Erlangen und der Region. Dazu gibt's als „Special Guest" Underground-Autor, Kult-Performer und Freie-Szene-Ikone Roger Trash.

Den Anfang macht am Montag, 6. Juni, um 20 Uhr das Spin Off Theater, das das Stück „Eifersucht" von Esther Vilar zeigt. In dem „Drama für drei Faxmaschinen" (Untertitel) geht es um drei Frauen, die denselben Mann lieben. Er, Lazlo, ist seit 18 Jahren mit Helen verheiratet, was ihn nicht hindert, sich erst mit Yana einzulassen, um diese dann wenig später auch zu verlassen, wegen Iris. Die drei Frauen wohnen im selben Hochhaus. Sie bekommen irgendwie voneinander und von der Untreue Lazlos Wind, treffen sich aber nicht, sondern schreiben sich Faxe, böse, verzweifelte, sarkastische, witzige, emotionale, argumentative, bissige, in jeder Tonart.

Drama über Großmut

Die Bühnenknechte spielen am Dienstag, 7. Juni, um 20 Uhr Rainer Werner Fassbinders „Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang von Goethe". Goethes Drama über die Großmut der Mächtigen kommt in der Fassbinder-Version natürlich etwas anders daher: Angekündigt wird viel Theater, Musik und Geräusch, jede Menge Wahnsinn und auch ein wenig Johann Wolf gang von Goethe (Wiederholung am Freitag, 10. Juni, um 19 Uhr). Beim „Hörkunstfestival" im Januar stellte die Studiobühne Erlangen schon einmal ihre grotesk-unheimlichen Krankenhausszenarien in Form einer Text-Geräusch-Collage vor. Nun gibt es eine neue Folge, die Heijko Bauer (Text) und Michael Ammann (Komposition) unter dem Titel „Clinic II - vivid, dead and alive" als Live-Performance von quadrophonen Klang- und Bilderwelten am Mittwoch, 8. Juni, um 19 Uhr sowie am Donnerstag, 9. Juni, um 21 Uhr vorstellen.

„Im Süden des Herzens..." lautet der Titel des Programms, das am Mittwoch, 8. Juni, ab 21 Uhr über die Garagenbühne geht: Der Rockpoet Roger Trash ist wieder unterwegs mit Songs und Stories zur Förderung der Daseinsfreude. In seinem Zwei-Stunden-Set gewährt er tiefe Einblicke in die Gedankenwelt eines Mannes, der durch viele Gezeiten gesegelt ist. Trash liest aus seinen Büchern „Traumjob" und „Der Erlebnismillionär", in denen er die Jahre ohne verklärenden Blick Revue passieren lässt. Zwischendurch lässt Trash seine E-Gitarre jaulen oder seine Casio-Orgel wimmern und singt Songs mit einer Stimme, der man 30 Jahre Rock'n'Roll deutlich anhört.

Noch mehr Musik gibt's am Freitag, 10. Juni, ab 21 Uhr: Dann singt und erzählt Johanna Moll, eine Poetin am Piano und gelegentlich am Akkordeon, die sich selbst „Das lyrische Liederluder" nennt, vom Leben und der Liebe, von Männern und Versuchungen, Wölfen und Hamstern. Kuriositäten von innendrin und nebenan, schaurig schöne und böse, zuweilen komische Lieder.

„Heidehasen"

Zum „Podium"-Endspurt gibt es dann noch Theater für Kinder und Klassisches: Das Monsieur Max Kindertheater präsentiert am Samstag, 11., sowie am Sonntag, 12. Juni, jeweils um 16 Uhr das Stück „Grand Prix der Heidehasen" (nach James Krüss) für Kinder ab vier Jahren. Und das Theater Serpentes zeigt Oscar Wildes berühmtes Werk „Salome" (Samstag, 11. Juni, 20 Uhr, Sonntag, 12. Juni, 20 Uhr), in dem die Titelfigur auf dem Fest des Herodes den Kopf des Jochanaan fordert.

mko

Weitere Informationen im Internet unter www.freies-theater-erlangen.de, Karten unter Tel. 862511 oder unter www.theater-erlangen.de

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